Unser Einzelfall Gao Zhisheng

Im Jahr 2014 hatten wir uns als Einzelfall auf Gao Zhisheng konzentriert und Aktionen gestartet um für sein Menschenrecht zu kämpfen!

245 Unterschriften für Gao Zhisheng. Es gab Ärger. Er begann, als die chinesische Botschaft erfuhr, dass die Kreuzberger Amnesty-Gruppe Unterschriften im Foyer des Deutschen Theaters (DT) sammeln wollte. Dort gastierte am 8. und 9. Februar 2014 das Pekinger Nationaltheater mit dem Stück „Leben“. Offensichtlich veranlasste die Botschaft die künstlerische Leitung des chinesischen Theaters, beim DT darauf zu drängen, Amnesty vor die Tür zu setzen – im Zeichen der Gastfreundschaft und des ungestörten kulturellen Austausches. Also bauten die Kreuzberger Menschenrechtsaktivisten ihren Infotisch direkt vor dem DT-Haupteingang auf. Dort und im Theaterfoyer sammelten sie Unterschriften für Gao Zhisheng, den die Kreuzberger Amnesty-Gruppe als Einzelfall betreut. Noch 2001 hatte das Pekinger Justizministerium Gao Zhisheng zu den zehn besten Rechtsanwälten Chinas gezählt. Doch die Wertschätzung änderte sich schlagartig, als er begann Menschenrechtsverteidiger und Falun-Gong-Anhänger vor Gericht zu vertreten. Gao Zhisheng verlor seine Arbeit. Im Februar 2009 wurde er verschleppt, eingesperrt und gefoltert. Unter dem Druck der Behörden verließen seine Frau und seine Kinder China. Derzeit sitzt Gao Zhisheng in einem Gefängnis im Kreis Shaya. Amnesty fordert in einer Petition den chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping auf, Gao Zhisheng sofort bedingungslos freizulassen und ihn vor weiterer Folter und Misshandlung zu schützen. 245 Theaterbesucher und -mitarbeiter teilen mit ihren Unterschriften die Auffassung der Kreuzberger Gruppe, dass Gastfreundschaft und kultureller Austausch nicht bedeuten können, die Verletzung von Menschenrechten höflich zu übergehen.
Text u. Bild: Christian v. Ditfurth (Gruppe 1248)